
Wussten Sie, dass das Heizen mit Klimaanlage erstaunlich effizient sein kann? Tatsächlich liegt der SCOP-Wert bei guten Split-Geräten zwischen 4 und 5, was bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden bis zu 5 kWh Wärme erzeugt.
Während fossile Heizungen in der Schweiz etwa 40 Prozent der klimaschädlichen CO2-Emissionen verursachen, gewinnen alternative Lösungen zunehmend an Bedeutung. Wärmepumpen sind als zukunftsfähige Heizung auf dem Vormarsch, und die Effizienz dieser Systeme ist beeindruckend. Das Prinzip ist dabei genial: Drei Teile Umweltenergie aus Luft, Wasser oder Erdwärme werden mit einem Teil elektrischer Energie kombiniert, um vier Teile Heizenergie zu erzeugen.
In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie das Heizen und Kühlen mit Klimaanlage funktioniert, welche Voraussetzungen für einen effizienten Betrieb nötig sind und wie Sie den Stromverbrauch beim Heizen mit Klimaanlage optimieren können. Ausserdem teilen wir sieben clevere Tipps, mit denen Sie im Winter Energie sparen und gleichzeitig Ihr Zuhause behaglich warm halten.
Wie funktioniert das Heizen mit einer Klimaanlage?
Eine Klimaanlage zum Heizen zu nutzen funktioniert nach einem faszinierenden physikalischen Prinzip. Der Schlüssel liegt in einem System, das Wärmeenergie aus der Umgebungsluft gewinnt und in Ihre Wohnräume transportiert. Betrachten wir genauer, wie diese effiziente Technologie arbeitet.
Reversibler Kältekreislauf erklärt
Der reversible Kältekreislauf bildet das Herzstück jeder Klimaanlage mit Heizfunktion. Im Gegensatz zur reinen Kühlung wird beim Heizen der Prozess umgekehrt. Dieser Vorgang lässt sich in mehrere Schritte unterteilen:
- Ein Ventilator im Aussengerät saugt Aussenluft an und leitet sie zum Verdampfer weiter.
- Das im Verdampfer zirkulierende Kältemittel nimmt die Wärmeenergie auf und verdampft dabei.
- Der Kältemitteldampf wird durch einen Kompressor verdichtet, wodurch er sich stark erhitzt.
- Im Verflüssiger (im Innengerät) gibt der heisse Kältemitteldampf seine Wärme an die Raumluft ab.
- Das Kältemittel kühlt ab, verflüssigt sich wieder und der Kreislauf beginnt von neuem.
Diese Umkehrbarkeit des Kältekreislaufs wird durch ein spezielles Vierwegeventil ermöglicht, das die Fliessrichtung des Kältemittels ändert. Tatsächlich können moderne Split-Klimaanlagen daher auch als Luft-Luft-Wärmepumpen bezeichnet werden.
Unterschied zu klassischen Heizsystemen
Im Vergleich zu herkömmlichen Heizungen wie Gas- oder Ölheizungen arbeiten Klimaanlagen nach einem grundlegend anderen Prinzip. Während klassische Heizsysteme durch Verbrennung von Brennstoffen Wärme erzeugen, nutzen Klimaanlagen bereits vorhandene Wärmeenergie aus der Umgebungsluft und transportieren diese in den Raum.
Besonders hervorzuheben ist die hohe Energieeffizienz: Eine Klimaanlage mit Heizfunktion kann aus 1 kWh Strom etwa 4-5 kWh Wärme erzeugen. Eine Gasheizung produziert bei gleichem Stromverbrauch dagegen nur etwa 1 kWh Wärme. Dadurch nutzen Klimaanlagen die eingesetzte Energie wesentlich effizienter.
Darüber hinaus bieten Klimaanlagen weitere Vorteile gegenüber klassischen Heizsystemen:
- Sie können sowohl heizen als auch kühlen, lüften und entfeuchten
- Sie arbeiten mit Inverter-Technologie, die ihre Leistung kontinuierlich dem aktuellen Bedarf anpasst
- Sie heizen Räume schneller auf als viele konventionelle Systeme
Allerdings sinkt die Heizleistung bei sehr niedrigen Aussentemperaturen. Bei -10 °C verringert sich die Leistung im Vergleich zu +2 °C um etwa 20%.
Was bedeutet SCOP-Wert?
Der SCOP-Wert (Seasonal Coefficient of Performance) ist eine entscheidende Kennzahl für die Effizienz einer Klimaanlage im Heizbetrieb. Anders als der einfache COP-Wert, der nur an einem bestimmten Betriebspunkt gemessen wird, berücksichtigt der SCOP die Energieeffizienz über die gesamte Heizsaison hinweg.
Für die Berechnung des SCOP werden verschiedene Aussentemperaturen (12°, 7°, 2° und -7° Celsius) herangezogen und nach Klimazonen gewichtet. Dies ermöglicht eine präzisere Bewertung der Leistungseffizienz unter realen Bedingungen.
Ein SCOP-Wert von 6,2 bedeutet beispielsweise, dass mit 1 kW Strom 6,2 kW Wärme erzeugt werden können. Dabei stammen 5,2 kW der Wärmeenergie aus der Umgebungsluft. Je höher der SCOP-Wert, desto effizienter arbeitet die Klimaanlage im Heizbetrieb.
Beim Kauf einer Klimaanlage mit Heizfunktion sollte auf folgende Richtwerte geachtet werden:
- SCOP-Werte unter 4 sind nicht empfehlenswert
- SCOP-Werte über 5 kennzeichnen eine sehr hohe Effizienz
- Modelle mit hohem SCOP sind in der Anschaffung meist teurer, sparen aber langfristig Energiekosten
In Mitteleuropa ist der jährliche Heizenergiebedarf eines Gebäudes normalerweise über viermal höher als der Kühlbedarf, weshalb der SCOP-Wert besonders relevant ist, wenn eine Klimaanlage als Hauptheizquelle genutzt wird.
Aktive und passive Heizmethoden im Vergleich
Bei Klimaanlagen und Wärmepumpen gibt es grundlegend unterschiedliche Methoden, um Wärme zu erzeugen. Diese Unterschiede wirken sich direkt auf Effizienz, Stromverbrauch und Anwendungsgebiete aus. Infos unter: https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4rmepumpenheizung
Was ist aktive Heizfunktion?
Die aktive Heizfunktion nutzt den vollständigen Kältekreislauf inklusive des elektrisch betriebenen Kompressors (Verdichters). Das Prinzip ähnelt dem eines Kühlschranks – allerdings in umgekehrter Richtung. Bei dieser Methode verdichtet der Kompressor das Kältemittel, wodurch dessen Temperatur ansteigt und eine hohe Temperaturdifferenz entsteht. Diese Technik kommt besonders bei Luft-Wasser-Wärmepumpen zum Einsatz, da die Aussenluft im Winter für passive Heizvorgänge oft zu kalt ist.
Die aktive Heizfunktion bietet entscheidende Vorteile:
- Sie liefert eine höhere und individuell regelbare Heizleistung
- Sie funktioniert unabhängig von der Umgebungsquelle
- Sie eignet sich für Räume mit hohem Wärmebedarf
Allerdings verbraucht die aktive Heizung deutlich mehr Strom, da der Verdichter kontinuierlich arbeitet. Für eine optimale Effizienz sollte die Klimaanlage daher mit Invertertechnologie ausgestattet sein, die ihre Leistung dem tatsächlichen Bedarf anpasst.
Wie funktioniert passives Heizen mit Wärmepumpe?
Beim passiven Heizen – auch “Natural Heating” genannt – nutzt die Wärmepumpe ausschliesslich die natürliche Temperaturdifferenz zwischen der Umgebung und dem Heizmedium. Diese Methode funktioniert ohne aktiven Verdichter und Kompressor und ist somit besonders energiesparend.
Passive Heizsysteme arbeiten mit einer Pumpe zur Wasserumwälzung und nutzen die Wärme aus dem Erdreich oder Grundwasser. Ein 3-Wege-Ventil, zusätzliche Hydraulikkomponenten und eine Umwälzpumpe umgehen dabei den Kompressor. Dies führt zu einem deutlich niedrigeren Stromverbrauch – oft unter 10% dessen, was eine aktive Heizung benötigt.
Für passives Heizen sind jedoch spezielle Voraussetzungen nötig:
- Eine Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonden oder Brunnensystem
- Ein für niedrige Vorlauftemperaturen geeignetes Heizsystem (z.B. Fussbodenheizung)
- Ausreichend grosse Wärmeübergabeflächen im Haus
Die passive Heizmethode ist besonders wartungsarm, jedoch in ihrer Heizleistung begrenzt. Sie eignet sich daher vor allem für gut gedämmte Neubauten.
Taupunktüberwachung und Kondensationsrisiken
Ein entscheidender Aspekt beim Heizen und Kühlen mit Klimaanlagen ist die Taupunktüberwachung. Sie verhindert, dass sich Kondenswasser an kalten Oberflächen bildet.
Die Taupunkttemperatur ist jene Temperatur, bei der es zur Kondenswasserbildung auf einer Oberfläche kommt. Ein Beispiel: Bei 24,0°C Raumtemperatur und 60% relativer Luftfeuchtigkeit liegt die Taupunkttemperatur bei 15,8°C. Sinkt die Oberflächentemperatur unter diesen Wert, bilden sich Wassertröpfchen.
Moderne Systeme nutzen daher eine intelligente Taupunktüberwachung:
- Temperatursensoren an kalten Rohren messen die Oberflächentemperatur
- Raumcontroller überwachen Lufttemperatur und -feuchtigkeit
- Bei Erreichen kritischer Werte werden automatisch Gegenmassnahmen eingeleitet
Diese Massnahmen umfassen das Anheben der Temperatur des Kühlmediums, das Erhöhen der Raumtemperatur oder das Senken der Luftfeuchtigkeit durch Lüften. Ohne diese Überwachung drohen Feuchtigkeitsschäden, Schimmelbildung und langfristige Beeinträchtigungen der Bausubstanz.
Für die Taupunktüberwachung wird ein Offset festgelegt, der bestimmt, wie viele Grad vor Erreichen der kritischen Taupunkttemperatur eine Warnung ausgegeben wird. Dies verschafft dem System Reaktionszeit für Gegenmassnahmen.
Voraussetzungen für effizientes Heizen mit Klimaanlage
Für den optimalen Betrieb einer Klimaanlage als Heizgerät müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Die Effizienz hängt dabei nicht nur vom Gerät selbst ab, sondern auch von baulichen Gegebenheiten und der Kombination mit anderen Systemen.

Geeignete Gebäudetypen und Dämmung
Die Wärmedämmung spielt eine entscheidende Rolle beim effizienten Heizen mit Klimaanlagen. Verliert ein Gebäude durch schlechte Dämmung viel Energie über die Aussenhülle, muss die Klimaanlage intensiver arbeiten, was den Stromverbrauch erhöht. Besonders geeignet sind daher:
- Gut isolierte Neubauten mit optimierter Wärmedämmung
- Energetisch sanierte Altbauten mit nachgerüsteter Dämmung
- Passiv- und Niedrigenergiehäuser mit geringem Wärmebedarf
Eine fachgerechte Dämmung verhindert zudem Kondenswasserbildung, die durch das Zusammenspiel von Temperatur, Luftstrom und Feuchtigkeit entstehen kann. Feuchte Dämmung führt nicht nur zu Korrosion an Rohren und Komponenten, sondern begünstigt auch Schimmelbildung und erhöht den Energieverbrauch.
Beim Heizen mit Klimaanlage empfiehlt sich besonders eine Dämmung mit wirksamer Dampfsperre. Das Dämmmaterial sollte idealerweise eine hohe mechanische Festigkeit aufweisen und damit die wertvollen Systeme zusätzlich vor Schäden schützen.
Kombination mit Fussbodenheizung oder Konvektoren
Fan Coils (Gebläsekonvektoren) bieten eine ideale Ergänzung zu Klimaanlagen mit Heizfunktion. Diese Geräte können sowohl in Neubauten als auch bei der Sanierung von Altbauten eingesetzt werden. Sie arbeiten nach dem Prinzip der Luft-Wasser-Klimaanlagen und fungieren als Komplettlösung zum Heizen, Kühlen und Lüften von Gebäuden.
Besonders effizient ist die Kombination mit einer Wärmepumpe. Der sogenannte Wärmepumpen-Konvektor erreicht die gewünschte Raumtemperatur wesentlich schneller als klassische Heizkörper, da der integrierte Ventilator den Raum schneller mit warmer oder kalter Luft versorgt. Dies gilt allerdings auch für eine Klimaanlage mit Heizfunktion.
Darüber hinaus bietet eine Fussbodenheizung in Kombination mit Wärmepumpe oder Klimaanlage weitere Vorteile:
- Sie ermöglicht eine grossflächige Wärmeverteilung
- Die Wärme wird gleichmässig im Raum verteilt
- Durch niedrige Vorlauftemperaturen arbeitet das System besonders effizient
Für die Kombination einer Klimaanlage mit Fussbodenheizung eignen sich grundsätzlich Luft/Wasser-, Wasser/Wasser- und Sole/Wasser-Wärmepumpen. Die Systeme können sowohl zum Heizen im Winter als auch zum Kühlen im Sommer genutzt werden.
Klimaanlage Inverter: Vorteile im Winterbetrieb
Klimageräte mit Inverter-Technologie bieten beim Heizen signifikante Vorteile gegenüber herkömmlichen Modellen. Die Technologie ermöglicht eine automatische Regulierung des Verdichters durch Anpassung der Drehzahl, wodurch die Temperatur präzise gesteuert werden kann. Im Gegensatz zu Geräten ohne Invertertechnologie, bei denen der Verdichter zur Temperaturregelung immer wieder an- und ausgeschaltet wird, produziert ein Invertergerät nur so viel Wärme wie tatsächlich benötigt wird.
Diese intelligente Leistungsanpassung führt zu mehreren Vorteilen im Winterbetrieb:
- Höhere Energieeffizienz durch konstante Temperaturhaltung
- Etwa 60% mehr Heizleistung im Vergleich zu Geräten mit konstanter Verdichtung
- Bessere Wärmeverteilung als herkömmliche Heizkörper
- Kein Brand- oder Verschmutzungsrisiko
Moderne Inverter-Klimaanlagen können nicht nur kühlen, sondern auch ganzjährig zum Heizen genutzt werden – selbst bei Minusgraden. Dies macht sie besonders geeignet für Räume mit extremen Temperaturschwankungen, wie beispielsweise Dachgeschosswohnungen, die im Sommer sehr heiss und im Winter sehr kalt werden können.
Bei der Auswahl einer Klimaanlage mit Inverter-Technologie sollte besonders auf den SCOP-Wert geachtet werden, der die saisonale Leistungszahl im Heizbetrieb angibt. Dieser Wert berücksichtigt auch Faktoren wie den Verbrauch im Teillastbetrieb, was gerade bei Invertergeräten relevant ist.
Kosten und Stromverbrauch im Überblick
Die finanziellen Aspekte spielen bei der Entscheidung für das Heizen mit Klimaanlage eine entscheidende Rolle. Vom Kaufpreis bis zu den laufenden Betriebskosten gibt es zahlreiche Faktoren, die den Geldbeutel beeinflussen.
Anschaffungskosten verschiedener Systeme
Die Investition in eine Klimaanlage mit Heizfunktion variiert je nach Systemtyp erheblich. Für ein Einzel-Split-Gerät liegen die Preise zwischen 500 und 2.000 Euro, während Multi-Split-Geräte mit zwei oder drei Inneneinheiten etwa 1.500 bis 4.000 Euro kosten. Darüber hinaus fallen folgende Kosten an:
- Wandmontage, Verlegen von Strom- und Kälteleitungen: 300 bis 500 Euro bei Einzel-Split-Geräten
- Jährliche Wartungskosten: 100 bis 200 Euro
Im Vergleich zu klassischen Heizsystemen punktet die Klimaanlage durch günstigere Anschaffungspreise. Allerdings benötigt in der Regel jeder grössere Raum eine eigene Anlage. In der Schweiz kostet eine moderne Luft-Luft-Wärmepumpe zwischen 2.000 und 5.000 Franken, exklusive Beratung und Installation.
Stromverbrauch beim Heizen mit Klimaanlage
Der Stromverbrauch beim Heizen mit Klimaanlage hängt von mehreren Faktoren ab: Nennleistung des Geräts, Wirkungsgrad, Nutzungsdauer, Strompreis, Raumgrösse, gewünschte Temperatur, Wärmedämmung und Aussentemperaturen.
Eine Beispielrechnung verdeutlicht dies: Bei einer mittleren Heizleistung von 2,5 Kilowatt benötigt eine Split-Klimaanlage mit guter Energieeffizienz durchschnittlich 0,8 Kilowatt Strom. Bei einem Strompreis von 0,30 Euro pro Kilowattstunde und einer täglichen Betriebszeit von 10 Stunden entstehen Kosten von 2,40 Euro pro Tag (0,8 kW × 10 h × 0,30 €/kWh). Monatlich bedeutet dies etwa 72 Euro für einen Raum oder bis zu 144 Euro für zwei Räume.
Tatsächlich nutzen moderne Klimaanlagen mit Heizfunktion die Energie besonders effizient. Eine Klimaanlage erzeugt etwa 4-5 kWh Wärme aus 1 kWh Strom, während eine Gasheizung bei gleichem Stromverbrauch nur etwa 1 kWh Wärme liefert.
Fördermöglichkeiten und Einsparpotenziale
In Deutschland werden energieeffiziente Heizanlagen staatlich gefördert. Privatpersonen können für eine Luft-Luft-Wärmepumpe als Klimaanlage im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Zuschüsse beantragen. Voraussetzung ist, dass die Anlage vorrangig als Raumheizung eingesetzt wird.
Konkret sind folgende Fördermöglichkeiten verfügbar:
- Mindestens 25% staatliche Förderung für die Wärmepumpe
- Bei Ersatz des kompletten fossilen Heizsystems: zusätzlich 10%, also insgesamt 35% Förderung
- Maximal 60.000 Euro pro Wohneinheit
In der Schweiz gibt es ebenfalls Förderprogramme. Beispielsweise wurde 2020 ein Projekt in Zusammenarbeit mit Topten und dem Bundesamt für Energie (BFE) veröffentlicht, das die Einsatzmöglichkeiten von Klimageräten zum Heizen untersucht.
Beachtliche Einsparpotenziale ergeben sich besonders durch die Kombination mit Photovoltaik-Anlagen. Diese Art zu heizen ist nicht nur finanziell lohnend, sondern auch ökologisch und nachhaltig. Laut einer Studie vom Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden können auf einen Quadratmeter Nutzfläche bezogen Primärenergieeinsparungen von bis zu 16,2 kWh/m²a erreicht werden, was einer Reduktion der Treibhausgasemission um 2 kg/m²a entspricht.

7 clevere Tipps zum Energiesparen im Winter
Im Winter lässt sich mit der richtigen Nutzung Ihrer Klimaanlage erheblich Energie sparen. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, effizient zu heizen und gleichzeitig die Stromkosten zu senken.
- Raumtemperatur gezielt steuern
Die angenehmste Raumtemperatur liegt tagsüber zwischen 19 und 22 Grad Celsius und nachts im Schlafzimmer zwischen 15 und 19 Grad Celsius. Nutzen Sie den Komfort-Modus Ihrer Klimaanlage, der den Luftstrom im Heizmodus nach unten lenkt, um den Raum sanft zu erwärmen, während die Luft nicht direkt auf Sie geblasen wird.
- Türen und Fenster abdichten
Richtig abgedichtete Fenster und Türen schützen im Winter vor kalter Zugluft und hohen Heizkosten. Für Holz- und Alufenster eignen sich selbstklebende Dichtungsbänder, während Schaumstoff- und Gummidichtungen Spalten im Rahmen abdichten können. Diese einfache Massnahme verhindert, dass Räume schneller auskühlen und mehr geheizt werden muss.
- Klimaanlage regelmässig warten
Eine regelmässige Wartung Ihrer Klimaanlage sorgt für einen effizienten und sicheren Betrieb. Die Wartungskosten schlagen etwa mit 100 bis 200 Euro jährlich zu Buche. Dafür werden Filter gereinigt, das Kältemittel überprüft und bei Bedarf nachgefüllt sowie die elektrischen Komponenten kontrolliert. Saubere Filter verbessern nicht nur die Luftqualität, sondern reduzieren ausserdem den Energieverbrauch erheblich.
- Nachtabsenkung nutzen
Mit der Nachtabsenkung können Sie den Verbrauch um bis zu 20 Prozent senken. Stellen Sie das Heizprogramm so ein, dass es etwa eine halbe Stunde vor dem Aufstehen eingeschaltet wird und vor dem Schlafengehen wieder ausgeschaltet wird. Bei Fussbodenheizungen sollten Sie die Heizung bereits 3 Stunden vor dem Schlafengehen auf Reduzierbetrieb umschalten.
- Kombination mit Photovoltaik prüfen
Eine Klimaanlage mit einer Photovoltaikanlage zu kombinieren, ist besonders wirtschaftlich. Der Betrieb einer Split-Klimaanlage mit Solarstrom kostet rund 70 Prozent weniger als das Beziehen von Strom aus dem öffentlichen Netz. Für optimale Zusammenarbeit benötigen Sie einen Wechselrichter mit integriertem Energiemanagement.
- Nur genutzte Räume beheizen
Heizen Sie ausschliesslich Räume, die tatsächlich genutzt werden. Mit intelligenten Thermostaten lassen sich individuelle Wohlfühltemperaturen für jeden Raum einstellen. Die Temperatursteuerung kann sogar mit anderen Funktionen in einer Szene verknüpft werden, beispielsweise um beim Verlassen des Hauses automatisch in den Sparmodus zu wechseln.
- Heizzeiten optimieren
Passen Sie die Betriebszeiten Ihrer Heizung an Ihre Lebensgewohnheiten an. Mindestens 1 Stunde vor der üblichen Schlafenszeit sollte die Heizung auf Reduzierbetrieb geschaltet werden. Bei tagsüber leerem Haus empfiehlt sich ebenfalls der Reduzierbetrieb. Nutzen Sie hierfür den wöchentlichen Timer oder eine Smart-Home-App, mit der Sie alle Programmierungen bequem vornehmen können.
Schlussfolgerung
Das Heizen mit Klimaanlage stellt zweifellos eine effiziente Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen dar. Die beeindruckenden SCOP-Werte zwischen 4 und 5 bedeuten, dass moderne Klimaanlagen aus einer Kilowattstunde Strom bis zu fünf Kilowattstunden Wärme erzeugen können. Diese Effizienz macht sie besonders attraktiv für umweltbewusstes Heizen.
Allerdings funktioniert das Konzept nur unter bestimmten Voraussetzungen optimal. Eine gute Gebäudedämmung spielt dabei eine entscheidende Rolle, ebenso wie die regelmässige Wartung der Anlage. Undichte Fenster und Türen können die Effizienz erheblich mindern und zu höheren Stromkosten führen.
Die Kombination mit anderen Systemen wie Fussbodenheizung oder Photovoltaik steigert die Wirtschaftlichkeit zusätzlich. Gerade die Nutzung von selbst erzeugtem Solarstrom senkt die Betriebskosten um bis zu 70 Prozent. Dank staatlicher Förderprogramme fällt zudem die anfängliche Investition geringer aus.
Besonders hervorzuheben sind die Vorteile der Inverter-Technologie, die eine bedarfsgerechte Leistungsanpassung ermöglicht und somit den Stromverbrauch optimiert. Die intelligente Steuerung der Raumtemperatur und Heizzeiten trägt ebenfalls zur Energieeinsparung bei.
Wer unsere sieben Energiespartipps befolgt, kann den Verbrauch weiter senken und gleichzeitig ein behagliches Raumklima schaffen. Daher lohnt es sich, die eigene Heizstrategie zu überdenken. Das Heizen mit Klimaanlage bietet nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern trägt auch zum Klimaschutz bei, indem es den CO2-Ausstoss im Vergleich zu fossilen Heizungen deutlich reduziert.
Letztendlich entscheidet die individuelle Wohnsituation darüber, ob sich eine Klimaanlage zum Heizen eignet. Für gut gedämmte Gebäude mit intelligenter Steuerungstechnik stellt sie jedenfalls eine zukunftsfähige Option dar, die sowohl den Geldbeutel als auch die Umwelt schont.
FAQs
Q1. Wie effizient ist das Heizen mit einer Klimaanlage im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen? Moderne Klimaanlagen mit Heizfunktion sind sehr effizient. Sie können aus 1 kWh Strom etwa 4-5 kWh Wärme erzeugen, während eine Gasheizung bei gleichem Stromverbrauch nur etwa 1 kWh Wärme liefert. Der SCOP-Wert (Seasonal Coefficient of Performance) gibt Auskunft über die Effizienz, wobei Werte über 4 als gut gelten.
Q2. Welche Voraussetzungen müssen für ein effizientes Heizen mit Klimaanlage erfüllt sein? Für effizientes Heizen mit Klimaanlage ist eine gute Gebäudedämmung entscheidend. Zudem eignen sich besonders Neubauten, energetisch sanierte Altbauten und Niedrigenergiehäuser. Die Kombination mit Fussbodenheizung oder Konvektoren kann die Effizienz weiter steigern. Auch eine Klimaanlage mit Inverter-Technologie ist vorteilhaft, da sie ihre Leistung dem tatsächlichen Bedarf anpasst.
Q3. Wie hoch sind die Kosten für das Heizen mit Klimaanlage? Die Anschaffungskosten für eine Klimaanlage mit Heizfunktion variieren je nach System zwischen 500 und 4.000 Euro. Die laufenden Kosten hängen von Faktoren wie Nennleistung, Wirkungsgrad und Strompreis ab. Bei einer mittleren Heizleistung von 2,5 kW und einem Strompreis von 0,30 €/kWh können die monatlichen Kosten bei etwa 72 Euro für einen Raum liegen.
Q4. Gibt es Fördermöglichkeiten für das Heizen mit Klimaanlage? Ja, in Deutschland können Privatpersonen für eine Luft-Luft-Wärmepumpe als Klimaanlage im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Zuschüsse beantragen. Die Förderung beträgt mindestens 25%, bei Ersatz eines kompletten fossilen Heizsystems sogar 35%. In der Schweiz gibt es ebenfalls Förderprogramme, die den Einsatz solcher Systeme unterstützen.
Q5. Welche Tipps gibt es zum Energiesparen beim Heizen mit Klimaanlage? Einige wichtige Tipps sind: Raumtemperatur gezielt steuern (19-22°C tagsüber, 15-19°C nachts), Türen und Fenster abdichten, regelmässige Wartung der Klimaanlage durchführen, Nachtabsenkung nutzen, Kombination mit Photovoltaik prüfen, nur genutzte Räume beheizen und Heizzeiten optimieren. Diese Massnahmen können den Energieverbrauch und die Kosten erheblich senken.
